Du öffnest LinkedIn, gibst einen Jobtitel ein und bekommst 2’300 Ergebnisse. Oder fünf. Beides hilft dir nicht weiter.
Das ist das Problem, das die meisten HR-Profis beim Active Sourcing kennen. Die Suche ist entweder viel zu breit oder viel zu eng. Irgendwo dazwischen liegen die Talente, die wirklich passen.
Boolean Search ist die Technik, die dieses Problem löst.
Was Boolean Search ist
Boolean Search ist eine Methode, bei der du Suchbegriffe gezielt kombinierst, um präzisere Ergebnisse zu bekommen. Sie funktioniert nicht nur auf LinkedIn, aber dort ist sie besonders wirkungsvoll.
Das Prinzip ist einfach. Stell dir vor, du suchst in einem Online-Shop nach einem Pullover. Wenn du nur «Pullover» eingibst, bekommst du tausende Treffer. Wenn du «schwarzer Rollkragenpullover» eingibst, wird das Ergebnis viel spezifischer. Du hast zwei Begriffe kombiniert und damit die Suche eingegrenzt.
Genau das macht Boolean Search, nur mit einer klaren Logik aus drei Operatoren.
Die drei Operatoren, die du brauchst
AND verknüpft zwei Begriffe. Beide müssen im Profil vorkommen. Zum Beispiel: «Projektmanager AND SAP» findet nur Profile, die beides enthalten.
OR erweitert die Suche. Mindestens einer der Begriffe muss vorkommen. Zum Beispiel: «Projektmanager OR Projektleiterin» findet Profile mit beiden Bezeichnungen. Das ist besonders nützlich, weil dieselbe Rolle auf LinkedIn oft unterschiedlich betitelt wird.
NOT schliesst Begriffe aus. Zum Beispiel: «Projektmanager NOT Senior» findet Profile ohne den Begriff Senior. Hilfreich, wenn du eine Junior-Position besetzt.
Warum Synonyme so wichtig sind
LinkedIn ist eine Datenbank. Was nicht im Profil steht, wird nicht gefunden und Menschen beschreiben dieselbe Erfahrung auf sehr unterschiedliche Arten.
«HR Manager», «Human Resources Manager», «Personalreferentin» können alle dieselbe Rolle beschreiben. Wenn du nur einen dieser Begriffe suchst, verpasst du alle anderen.
Deshalb gehört das Denken in Synonymen zu den wichtigsten Fähigkeiten beim Active Sourcing. Bevor du suchst, schreib alle möglichen Bezeichnungen auf, die deine Zielgruppe für sich selbst verwenden könnte. Dann kombiniere sie mit OR.
Ein Beispiel aus der Praxis
Angenommen, du suchst eine Fachperson im Bereich Buchhaltung in Zürich. Dein Boolean String könnte so aussehen:
(«Buchhalterin» OR «Buchhalter» OR «Accountant» OR «Finanzbuchhaltung») AND Zürich
Mit einem String wie diesem findest du Profile, die du mit einer einfachen Suche nie gesehen hättest.
Was Boolean Search nicht kann
Boolean Search findet Keywords in Profilen. Was sie nicht findet, sind Soft Skills. «Teamfähig», «kommunikativ» oder «zuverlässig» tauchen in Suchergebnissen nicht auf, weil sie in LinkedIn-Profilen kaum explizit stehen.
Soft Skills erkennst du erst im Gespräch. Die Suche bringt dich zu den richtigen Profilen. Was danach kommt, liegt bei dir.
Weiji Stocker ist Trainerin für Recruiting und Talent Attraction und begleitet KMU im DACH-Raum.